Agroforst-Systeme

    Agroforst bezeichnet Landnutzungssysteme, in denen Gehölze (Bäume oder Sträucher) mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung auf einer Fläche kombiniert werden. Dabei werden positive ökologische und ökonomische Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Kulturen erschlossen.
    Agroforstsystemen unterscheiden sich üblicherweise durch die Kombination von:

    • Bäumen mit Ackerkulturen (silvoarable Systeme),
    • Bäumen mit Tierhaltung (silvopastorale Systeme) und
    • Bäumen mit Ackerkulturen und Tierhaltung (agrosilvopastorale Systeme)

    Innerhalb dieser Kategorien gibt es viele vielfältige Formen von Agroforst-Systemen. Typisch für alle Arten der Agroforstwirtschaft sind die bewusst genutzten Synergien zwischen Gehölz- und Ackerkulturen.

    Neben dem Anbau von besonders schnellwachsenden Baumarten wie Pappeln spielen auch Wertholz-Baumarten und Fruchtbäume eine bedeutende Rolle in Agroforst-Systemen. Schnellwachsende Gehölze haben den Vorteil, dass Sie bereits in kurzer Zeit ihre Wirkung entfalten und sich landwirtschaftliche Betriebe nicht für viele Jahrzehnte auf ein spezifisches Agroforst-System festlegen müssen.

    Die Vorteile von Agroforst-Systemen sind noch etwas vielfältiger und weitreichender als die bereits positiven Wirkungen von blockartigen Holzplantagen. Dies liegt insbesondere an den entstehenden Synergien und den vielen, ökologisch besonders wertvollen Randstrukturen.

    Weitere Informationen zu Agroforst: www.agroforst-info.de

    Vorteile von Agroforst-Systemen

    • Sofortige Bindung großer CO2-Mengen in Holz, Wurzeln und Boden
    • Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit durch Verbesserung der Nährstoffkreisläufe und Humus-Anreicherung
    • Erhöhung der Biodiversität, Schaffung von Rückzugsräumen für Wildtiere und Förderung von Nützlingen
    • Reduzierung des Düngemittel- und Pflanzenschutzmittelverbrauchs
    • Schutz der Ackerkulturen gegen Witterungsextreme (Trockenheit, Sturm, Starkniederschläge etc)
    • Verminderung von Bodenerosion durch Wind und Wasser
    • Gewässerschutz durch Reduzierung des Stoffaustrages aus landwirtschaftlichen Flächen in Grund- und Oberflächengewässer
    • Stärkung ländlicher Regionen durch Förderung regionaler Stoffkreisläufe und regionaler Wertschöpfung
    • Positive Ertragseffekte und höhere Ertragsstabilität bei annuellen Kulturen aufgrund eines verbesserten Mikroklimas (z.B. durch Windschutzwirkung der Baumstreifen)
    • Aufwertung des Landschaftsbildes mit positiven Auswirkungen auf Tourismus und Lebensqualität
    • Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktpalette und der Einkommensmöglichkeiten
    • Bereitstellung von universellen Holz-Rohstoffen zur Substitution fossiler Energieträger in einer zukünftige klimaneutralen Gesellschaft