Holz vom Acker für den Markt von Morgen

    Holz spielt ein wichtige Rolle in unserer Energieversorgung. Aktuell basiert EU-weit 42% der gesamten erneuerbaren Energie auf Holz (wood and other solid biofuels) eurostat Renewable Energy Statistics 2019. Aufgrund des erforderlichen Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern, um eine unkontrollierbare Klimaerhitzung zu verhindern, wird der Holzbedarf weiter wachsen. Doch Europas Potentiale für Wald- und Recyclingholz sind bereits weitgehend genutzt. So entsteht im kommenden Jahrzehnt eine erhebliche Holzlücke.

    Die Lösung: schnellwachsende Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen. Sie ermöglichen die effiziente und kostengünstige Produktion großer Energieholzmengen innerhalb weniger Jahre. Zugleich sind Energieholzplantagen wirtschaftlich attraktiv und leisten einen effektiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

     

    Marktentwicklung und Rahmenbedingungen

    Die EU hat das verbindliche Ziel bis 2030 die CO2-Emissionen um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren und 32% des Energiebedarfs über erneuerbare Energien abzudecken. Nicht nur im Strom- sondern auch im Wärme- und Kraftstoffbereich.

    Holz und andere feste Biomasse tragen (2017) 42% zur erneuerbaren Energiemenge bei. Gleichzeitig sind die traditionellen Holzpotentiale in Europa bereits weitgehend erschlossen und verteilt. Um den zukünftig wachsenden Bedarf Europas aus nachhaltig erzeugter Biomasse zu befriedigen, bieten sich im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

    1. Der Import von Holzpellets aus Überschussregionen mit guten Wachstumsbedingungen und geringer Bevölkerungsdichte
    2. Der Anbau von Agroforstsystemen und Enerigeholzplantagen auf landwirtschaftlichen Flächen in Europa

    Allein in Deutschland liegt das Flächenpotential für den Energiepflanzenanbau bis 2030 bei knapp 4 Millionen Hektar (ha) – etwa ein Drittel der Ackerfläche.

    Ob Import oder regionale Produktion – schnellwachsende Energieholzplantagen werden aus folgenden Gründen eine Schlüsselfunktion beim Umbau unserer Energieversorgung einnehmen:

    • Biomasse ist im Bereich Grundlast- und Regelenergie durch andere erneuerbare Energien kurz- und mittelfristig nicht ersetzbar
    • Die Energie wird zum Zeitpunkt des tatsächlichen Bedarfs und bei Nutzung der bestehenden Stromverteilungs-Infrastruktur erzeugt, sodass ein schneller Umstieg von fossilen Energieträgern möglich ist
    • Energieholzplantagen gewährleisten eine äußerst effiziente und ökologisch vorteilhafte Nutzung der begrenzten Flächenpotentialen mit wesentlich geringeren Klimagas-Vermeidungskosten im Vergleich zu einjährigen Energiepflanzen wie z.B. Raps für Biodiesel, Getreide für Ethanol oder Maissilage für Biogas. mehr...
    • Im globalen Kontext verringern leistungsfähige Energieholzplantagen den Druck auf Naturwälder durch die kostengünstige Erzeugung von großen Rohstoffmengen bei Vermeidung hoher Logistik-Emissionen und –Kosten
    • Beim Import von "landwirtschaftlich" erzeugter Holz-Biomasse aus Überschussregionen werden nahezu keine Pflanzennährstoffe von der Anbaufläche entzogen, gleichzeitig kann Agroforst und ein naturverträglicher Holzanbau (z.B. im Rahmen von Aufforstung) in Entwicklungsländern zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung beitragen